Grand Royal # 2 – 1995-1996

"Well, just in the text of the ad alone, there are like three different really fucked-up ideas. Like the part about how the clothes are for 'skateboard guys and their girlfriends' just assumes two really fucked-up things: that everyone who skates is obviously a guy, and also that the skate guy is necessarily heterosexual, you know?
It's not even possible for those people to imagine that a girl might skate, or that there are girl skaters who go out with other girls or even girl skaters or maybe guy skaters who go out with girl skaters ... or go out with other guys or maybe don't 'go out' at all ... you know?"
Was?
So 90er der Begriff „kultig“ auch sein mag ist, so kultig ist dieses Magazin aus den 90ern. Mitte dieses Jahrzehnts hatten die Beastie Boys nicht nur große Hits, sondern auch ein sehr gutes Label (inzwischen eingestellt), sowie diese tolle Publikation.
Turnus
Insgesamt gab es nur sechs Hefte. Die Beasties (vor allem Mike D) haben sich im Lauf der Zeit langsam davon gelöst, glaube ich. Infos über alle Ausgaben und mehr Hintergründe findest du hier.
Auflage
Würde ich auch gerne wissen.
Kioskpreis-Inhalts-Verhältnis
Gesamtseitenzahl inklusive Titelblatt: 140 Seiten
Ganzseitige Anzeigen: 37 Seiten. Darunter auch dieses Schmankerl:
Preis: $ 4,95
Format: Amerikanisches DIN A 4, wie auch immer das wirklich heißt.
Preis pro Inhaltsseite: 5 ¢.
Erwerbsgeschichte
Schon vor einigen Jahren zu einem fairen Preis bei ebay ersteigert und zum großen Teil im Parc de la Ciutadella gelesen. Damals und dort war es sehr inspirierend
Vermutete Lesergruppe
Was ist das 90er Jahre Äquivalent zu Hipster? Kultiger Typ?
Titel
Ist einer Frühstücksmahlzeitpackung nachempfunden.
Inhalt
Im Grunde ist Grand Royal eine Mischung aus der Mojo und dem Powered Records Fanzine. Hauptsächlich geht es um Musik. Manchmal geht man dabei mit dem Interesse eines Historikers vor und manchmal chillt man auch nur mit den Homies. Auch der eine oder andere Hollywoodstar schleicht sich dazwischen. Daneben wird Der Leser um gut 15 Jahre vorweg genommen:
Es finden sich einige wunderbare Zitate. Sie alle hätten es verdient ganz oben zu stehen, aber lieber politisch korrekt bleiben und hier verstecken.
Platz 3. Ted Nugent über Indianer:
Platz 2.Ted Nugent über den Typen, der ihn interviewt:
Platz 1. Lee Perry – ihm ist Titel und ein liebevolles, fast schon fanatisches, 24 Seiten langes Spezial gewidmet – über Deutsche:
Layout
Das sind schon ziemliche Betonwüsten in diesem Heft. Rein gestalterisch unterscheidet sich das so gut wie nicht von einem Maximum Rock’n’Roll aus derselben Zeit. Massig Text und sehr kleine Bilder. Sind auch nur wenige Farbseiten drin.
Extra
Gibt es ein besseres Extra, als eine eingeheftete Flexi Disk, die man niemals rausnehmen wird, weil sonst der Wert des Gesamtpakets geschmälert wird?
Zu hören ist der Elton John-Klassiker „Benny and the Jets„, interpretiert von Biz Marke. Zum Glück findet sich dieser Song auch auf dem Doppelalbum „The Sounds of Science“.
Verdikt
Das Grand Royal ist von coolen Jungs gemacht, die alles Mögliche cool finden und es in ein cooles Magazin packen und mit einer Menge cooler Anzeigen von coolen Bands und Bekleidungsfirmen rahmen. Davon gibt es heute noch viel mehr Hefte, aber sie sind weniger cool. Als Studienobjekt amerikanischer Unbekümmertheit der 90er Jahre ist das Grand Royal schon in Ordnung.