mosaik 330, Juni 2003

"früher begeisterter Leser eures Heftes, blätterte ich gestern mehr durch Zufall im MOSAIK. Ich trainiere seit 1991 eine Form des Ninjutsu 'Bujinkan budo taijutsu', und administriere seit 1999 das 'NINPO RALPH PORTAL'. NINPO RALPH ist ein von mir entwickelter Ninja-Charakter, welcher in diesem Portal alles Mögliche vorstellt, was seit dem Ninja-Boom in den 80er Jahren alles von, mit und über Ninja geschrieben, hergestellt, verkauft wird."
Was?
1955 – vier Jahre nachdem im Westteil von Deutschland die Comic-Zeitschrift Mickey Maus aus der Traufe gehoben wurde und sich damit die Yankee-Kultur noch ein wenig tiefer in das westdeutsche Unterbewusstsein fraß – wurde im Ostteil der ehemaligen Reichshauptstadt, dem inzwischen geteilten Berlin das mosaik gegründet.
Die Heftreihe war in der DDR erfolgreich und mitunter auch subversiv. Nachdem die Erzählungen um die Digedags 1975 eingestellt wurden, sind nun schon sehr lange die Abrafaxe Hauptfiguren der Fortsetzungsgeschichten. In dieser Folge halten sie sich in Japan auf:
Turnus
monatlich
Auflage
Man sagt es werden 100.000 bis 120.000 Hefte gedruckt.
Preis Inhalts-Verhältnis
Gesamtseitenzahl inklusive Titelblatt: 54 Seiten mit dem ausklappbaren Bestellschein
Ganzseitige Anzeigen: 5 Seiten. Davon sehr viele für Merchandise rund um die mosaik-Welt.
Preis: 1,85 Euro (inzwischen 2,30 Euro)
Format: noch kleiner als amerikanische Comichefte (z.B. von Marvel, DC, image).
Preis pro Inhaltsseite: ungefähr 4 Cent
Erwerbsgeschichte
Olaf Forner hat mir dieses Exemplar höchstpersönlich geschenkt.
Vermutete Lesergruppe
Vielleicht Kinder. Den Leserbriefen nach zu urteilen sind aber unter den Lesern vor allem alte Fans, die sich inzwischen Erwachsenenalter befinden. Dieser Witz ja wohl an niemanden anderes adressiert sein, als an erwachsenen Männer:
Inhalt
Ich kenne die Vorgeschichte nicht und habe die Handlung über weite Strecken nicht verstanden. Man kann es auch nicht bringen so dermaßen lange Textboxen in einen Comic zu knallen (außer, natürlich, man ist Alan Moore):
Statt Extras gibt es eine Anleitung für einen Papierseehund, gebastelt nach der Origami-Technik. In der Heftmitte ist ein großes Bild von der „Belagerung einer Burg in der japanischen Bürgerkriegszeit des 16. Jahrhunderts“. Das kann man heraustrennen und sich an die Wand hängen, wenn man will. Einige Macher vom mosaik waren übrigens schonmal in Japan:
Layout
Der Mickey Maus nicht unähnlich, nur mit weniger Tieren.
Verdikt
Wie Krügerol Bobons, Club Cola und Nudossi ist das mosaik ein Fossil aus dem anderen Deutschland. Ich kann mir sowohl Krügerol Bobons, als auch Nudossi umstandslos geben. Das mosaik eher nicht. Das liegt vorrangig daran, dass ich die Vorgeschichte zu diesem Band nicht kenne.
Es ist also das typische Dilemma von Comicserien und hat wenig mit den neuen Bundesländern zu tun. Die legendäre Fankultur um mosaik ist mir selbstverständlich ausgesprochen sympathisch, aber man muss ja nicht mit allem etwas anfangen müssen.