MAD – Nr. 185

Dauernd meckert Ihr am Militärischen Abschirmdienst rum, er solle sich umbenennen, damit es keine Verwechslungen mehr mit MAD gibt. Wie wäre es, wenn statt dessen IHR einen anderen Namen nehmt! Zum Beispiel "M.I.ST" (Monatliche Intelligenzpanne sämtlicher Teenager) oder "S.H.I.T" (Sabbernde Hirnis im Teamwork)!
Wolfram Reichwein, Lauchringen
(Und nicht zu vergessen "Ä.C.H.Z"...Ätzblatt CHaotischer Zuschriften! - Die Red.)
Was?
Das MAD zu erklären, vermag dieses Interview besser. Falls es dir überhaupt nichts sagt, frage ich mich, ob du wirklich der geeignete Leser dieses Blogs bist.Hier nur so viel: Sollte Jemand daran denken einen Schülerfilm zu drehen, der Ende der 1970er / Anfang der 1980er in der BRD spielt, sollte das MAD unbedingt als popkulturelle Referenz herangezogen werden. Letzten Endes ist es ein modifizierter Zeitschriftenimport aus den Vereinigten Staaten.
Preis-Inhalts-Verhältnis
Seitenzahl inklusive Cover: 36 Seiten
Ganzseitige Anzeigen: Keine
Preis: DM 3,-/ ÖS 25 / sfr 3,-
Format: Etwas kleiner als DIN A 4
Preis pro Inhaltsseite: Ungefähr 8 Pfennige / 1,44 Groschen / 8 Rappen
Titel
Ich liebe das deutsche MAD allein schon dafür, dass es sich „Das vernünftigste Magazin der Welt“ gab. Wer oder was da genau auf dem Titel verarscht wird, kann ich nicht sagen.
Inhalt
Comics, Blödeleien und so etwas wie Primitiv-Satire. Zieht euch einfach die Fotos rein. Das bringt in diesem Fall mehr. Mir gefallen vor allem die Seiten der deutschen Redaktionsmitarbeiter. Die Comicstrips aus dem amerikanischen Original – lassen wir Don Martin mal beiseite – sind zum Teil sehr albern, aber selten sehr witzig. In dieser Ausgabe gibt es weder die übliche Comic-Verarsche eines Hollywood-Films, noch das Faltbild.
Haptik
Perfekter geht es nicht: der Umschlag in Farbe, innen dann schwarz-weiß. Dieses dünne Klopapier riecht mit den Jahren immer besser. Die MAD-Müll Sammelbände wurden durch die Bindung oft arg beschnitten. Dazu gab es aber auch zigfache Leserzuschriften, wie ich mich erinnere.
Verdikt
Ich zähle nicht mehr zum Leser aus dem goldenen Zeitalter des deutschen MAD. Als ich Mitte der 1990er die alten Ausgaben auf dem Dachboden meiner Eltern fand, war es für mich Mittelstufenschüler aber eine Offenbarung, aber auch ein Gruß aus einer Vergangenheit. MAD schlug über die Strenge, war irgendwie schmierig, total albern und voller kleiner, liebevoller Details. Seit 1998 – sechs Jahre nach der Einstellung des alten MAD – gibt es dieses Heft wieder … doch da halte ich es mit Feuerstein. Es ist „traurig und einfallslos“. Außerdem: wer braucht das noch in Zeiten von 4chan?